Patrick Perner versucht sich mit Consider James an einer anderen Art von Arbeitsvermittlung: Arbeitnehmer haben die Möglichkeit, über eine simple digitale Plattform einen Nebenjob zu finden, den sie dann annehmen können, wenn es ihnen zeitlich passt. Genauso einfach gestaltet es sich für Veranstalter oder andere Arbeitgeber, die flexibles Personal benötigen. Mit nur wenigen Klicks können hier die Profile der Bewerber verglichen und die geeigneten Personen angestellt werden.

Ein großes Netzwerk an Partnern und ein Pool aus sympathischen Persönlichkeiten macht Consider James mittlerweile zum “Butler” für eine große Anzahl sich bietender Aufgaben.

Im Gespräch mit zuper erzählt Patrick Perner wie er die Zeit der Gründung erlebt hat, als er selbst noch Student war und auf welche Hindernisse er dabei gestoßen ist. Auch erklärt er, was es ausmacht ein Unternehmer zu sein und gibt einen Einblick in seine Wachstumsziele für Consider James.

Welche Idee steckt hinter deinem Startup?

Die Idee hinter dem Startup ist, dass wir für gewisse Anlässe kurzfristig Mitarbeiter entleihen. Das heißt für kleinere oder größere Events oder aber auch Handwerker, die kurzfristig Bedarf an Personal haben.

Diese Anfragen bewältigen wir hauptsächlich mit Studenten und jüngeren Menschen, die flexibel arbeiten können und sich damit ihr Taschengeld aufbessern wollen, um sich schöne Dinge leisten zu können.

Wie sehr hat sich das Konzept von der ersten Idee bis heute verändert?

Wenn ich mich da zurück erinnere –  wir haben das Unternehmen mit sehr wenig Startkapital gegründet. Wir hatten lediglich einen Laptop und ein Handy zur Verfügung und haben die gesamte Personalplanung in Excel-Tabellen zusammengeschustert. Heute ist es etwas anders, da gerade unsere neue Plattform live gegangen ist und jetzt alles automatisch abgewickelt wird. Zwischenzeitlich gab es natürlich verschiedene Entwicklungsstufen, wo wir bereits teilweise versucht haben, die Personalplanung zumindest teilweise zu automatisieren, damit wir weniger manuelle Arbeit leisten müssen.

Alles in allem eine spannende Reise bis jetzt.

Wann hast du damals den Entschluss gefasst, deine Idee umzusetzen und tatsächlich zu gründen?

Vor der Gründung habe ich bereits erkannt, dass ein großer Bedarf an jungen Aushilfen für die Event- und Gastronomiebranche gegeben ist. Zuerst habe ich das Ganze zwei Jahre über eine Kostenstelle bei einem anderen Zeitarbeitsunternehmen ausprobiert, bis ich den Entschluss gefasst habe selbst zu gründen und diese Learnings ebenfalls mitzunehmen.

Wie sehen die ersten Schritte der Unternehmensgründung aus?

Man braucht auf jeden Fall die Motivation und muss den Entschluss fassen, dass man es wirklich ausprobieren will. Es wird auch sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Man sollte sich für so ein Vorhaben ungefähr ein bis zwei Jahre Zeit nehmen und der ganzen Sache auch die Zeit geben, weil ein Geschäftsmodell immer eine gewisse Zeit braucht, bis es sich dementsprechend entwickeln kann.

Was denkst du, wie sehr hängt der Erfolg von Consider James von deiner Person ab?

Das klingt natürlich immer sehr eingebildet, egal was man auf diese Frage antwortet, weil natürlich der eigene Part am Unternehmen – alleine durch die Gründung – sehr groß ist. Ohne mich gäbe es das ganze Unternehmen nicht, aber das Ziel ist natürlich, dass mein Part immer kleiner wird. Darauf arbeite ich hin und versuche das derzeit mit technologischen Tools umzusetzen und indem ich meinen Mitarbeitern mehr Verantwortung übertrage.

Nur so kann das Unternehmen groß werden, denn wenn ich immer involviert sein muss, dann ist das Wachstum begrenzt.

Wie stellst du dir das Wachstum von Consider James vor und wie groß soll das Unternehmen werden?

Prämisse Nummer eins: Es soll ein gesundes und stabiles Unternehmen daraus entstehen, das profitabel bleibt. Das bedeutet natürlich auch, dass die Schnelligkeit des Wachstums begrenzt ist, da wir nicht sofort weltweit durchstarten können.

Trotzdem ist ein großes Wachstum möglich, denn wir werden uns nach und nach in andere Städte bewegen, wollen aber dabei eben noch alles unter Kontrolle behalten.

Wie schaffst du es, dich mit Consider James von deinen Wettbewerbern abzuheben?

Da ich bereits zwei Jahre vor Consider James in diesem Bereich angefangen habe und Consider James nun schon dreieinhalb Jahre existiert, bringen wir sehr viel Erfahrung mit. Zudem arbeite ich mit einem Koch zusammen, der seine Ausbildung in einem Sternerestaurant absolviert hat und deshalb ebenfalls viel Erfahrung in der Gastronomie hat. Diese Expertise versuchen wir auf die digitale Plattform zu übertragen und haben dabei einen gewissen Qualitätsstandard. Wir kennen auch unsere Kunden sehr gut und fügen all das auf der Plattform zusammen. Damit versuchen wir uns von anderen Startups abzusetzen. Von lokalen Anbietern können wir uns abheben, indem wir auch eine schlanke Lösung für Arbeitnehmer bieten, die über uns arbeiten wollen.

Der Prozess ist einfach näher an den jungen Leuten, da sich diese ganz einfach per Klick bewerben können im Gegensatz zu anderen lokalen Zeitarbeitsfirmen.

Bei uns können die jungen Leute alles über das Smartphone steuern und somit sind sie gleich motivierter. Das bedeutet, dass bessere Leute auf unsere Plattform kommen und dadurch wird auch die Qualität der Dienstleistung besser sein.

Durch diese Faktoren können wir uns wiederum vom Wettbewerb abheben.

Gab es denn auch Momente, in denen du Zweifel hattest?

Solche Momente gibt es immer noch fast tagtäglich. Zum Beispiel kommen ab und zu Selbstzweifel oder ich zweifle an Consider James, da ich generell ein realistischer Mensch bin und versuche auch selbstkritisch über Dinge nachzudenken.

Diese Zweifel kommen zum Beispiel, wenn es mit der Liquidität eng wird, wenn die gesteckten Ziele nicht erreicht werden können, wenn ein Deal nicht stattfindet oder wenn ein Kunde unzufrieden ist. So etwas nimmt man sich immer sehr zu Herzen und man macht sich auch oft Vorwürfe. In meinem Fall ist es vielleicht sogar noch etwas schwieriger, weil ich der einzige Gründer bin und es mein Unternehmen ist. Das heißt ich habe keinen Partner, der mich in so einem Fall motiviert. Oft hilft es dann zurück zu schauen auf das was man schon erreicht hat. Das kann auch sehr motivierend sein.

So hat bisher sehr gut funktioniert, aber ich denke die Zweifel werden immer da sein, egal wie groß das Unternehmen wird.

Gibt es Zeiten, in denen du Freunde oder ehemalige Mitarbeiter wegen ihrem festen Job beneidest?

Das kommt natürlich vor, denn es ist wenig Zeit, um einfach einmal abzuschalten – gerade im Event- und Veranstaltungsbusiness. Vieles findet an den Wochenenden oder nachts statt, also zu Zeiten an welchen eigentlich Ruhe angesagt ist.

Da beneide ich meine Kollegen und Freunde, die einen festen Job haben, da sie eben etwas festere Arbeitszeiten haben und am Wochenende auch einfach einmal abschalten können. Das ist als Unternehmer natürlich schlechter möglich, da man auch immer die Verantwortung trägt, dass alles funktioniert.

Ich beneide meine Kommilitonen auch darum, dass sie während dem Studium ins Ausland gehen konnten und dort drei Monate auf Reisen waren. So etwas konnte ich leider noch nicht machen. Aber ich erhoffe mir, dass es später einmal durch mein Unternehmen möglich wird, solche Pausen einzulegen.

Deshalb liegt auch der Fokus darauf, ein Team aufzubauen, das mich redundant macht.

Was motiviert dich in einer schwierigen Phase weiterzumachen?

Meinen größten Motivationsfaktor kann man eigentlich mit einem Wort beschreiben: Freiheit. Ich war bereits in einem Unternehmen angestellt und zu dieser Zeit habe ich es sehr stark vermisst, das tun zu können, was ich wirklich tun möchte. Zum Beispiel den eigenen Traum zu verwirklichen. Das kann man natürlich als Unternehmer sehr viel besser tun. Damit sind aber auch Down Sides verbunden, wie ich vorher schon erwähnt habe. Man hat weniger Zeit, trägt sehr viel Verantwortung, für sich, für die Mitarbeiter, die Kunden und das gesamte Unternehmen. Trotzdem motiviert mich der Gedanke an Freiheit am meisten.

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